Mobiliar

Den Schwerpunkt der Antikdiele bilden antike Möbel vom 18. Jahrhundert bis zum Jugendstil, besonders viele aus dem Biedermeier. Sie sind aus den Hölzern ihrer Zeit gearbeitet, aus Mahagoni, Birke, Nussbaum und Kirsche und manche tragen noch ihre alte Fassung. Unser Tischler pflegt und restauriert sie in der eigenen Werkstatt.

151 Stücke im Bestand ansehen →

Ist ein furniertes Möbel weniger wert als ein massives?

Nein. Bei guten Möbeln des 18. und 19. Jahrhunderts ist Furnier die Regel. Der Tischler leimte eine dünne Lage Edelholz auf einen Korpus aus Blindholz, meist Nadelholz. So reichte ein schön gemaserter Stamm für viele Möbel und der Korpus verzog sich weniger als massives Holz.1 Um 1820 liefen die ersten Furnierschneidemaschinen, danach gab es dünnere und gleichmäßigere Furniere. Fehlt an einem alten Möbel ein Stück Furnier, braucht die Ergänzung dieselbe Stärke wie das Original, sonst steht sie vor oder liegt tiefer.

Biedermeier-Schrank aus Wurzelholz mit Seilstabprofilen Im Bestand Biedermeier-Wurzelholzschrank 1.500 € · A1073

Was bedeuten Angaben wie „wohnfertig“ oder „alt restauriert“?

Sie beschreiben, wie viel Arbeit schon in einem Stück steckt. Wohnfertig heißt, dass man das Möbel ohne weitere Arbeit benutzen kann. Alt restauriert meint eine Restaurierung, die schon einige Zeit zurückliegt. Restauriert und mit Schellack poliert heißt, dass das Stück überarbeitet ist und eine neue Schellackpolitur trägt. Originalzustand bedeutet, dass Oberfläche und Teile nicht überarbeitet sind, mit allen Spuren des Alters.

Gustavianische Kommode, 18. Jhd., mit vier Schubladen, farbig gefasst Im Bestand Gustavianische Kommode 1.190 € · A1070

Was ist eine Fassung?

Die farbige Oberfläche eines Möbels. Der Fassmaler malte Füllungen und Ornamente, oft auch eine Maserung, die ein teureres Holz vortäuscht. Viele Möbel tragen mehrere Fassungen übereinander. Welche die älteste ist, klärt ein restauratorischer Befund mit kleinen Probefeldern. Beim Abbeizen gehen die älteren Schichten verloren. Wir führen Möbel mit erhaltener alter Fassung und solche, die unser Tischler nach historischen Motiven, etwa des Barock oder des Klassizismus, neu gefasst und mit Patina versehen hat. Mehr zu bemalten Bauernmöbeln steht unter Barock & Rokoko.

Biedermeier Bücherschrank mit lichtgrauer Fassung, Deutsch um 1840 Im Bestand Biedermeier-Bücherschrank, lichtgrau 950 € · A1069

Wie pflege ich ein antikes Möbel?

Vor allem mit gleichmäßigem Raumklima. Antike Möbel halten am besten bei 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchte. Heizkörper und pralle Sonne setzen dem Holz zu, Risse und gelöstes Furnier zeigen sich oft erst Wochen später. Eine Schellackpolitur reinigt man trocken oder nebelfeucht, Silikon- und Sprühpolituren gehören nicht auf alte Möbel. Massives Holz arbeitet quer zur Faser, in der Länge kaum. Eine runde Tischplatte aus massivem Holz ist nach langer Zeit deshalb oft leicht oval.

Paar Biedermeier-Nachtschränke, Kirschbaum furniert, mit Fadeneinlage Im Bestand Paar Biedermeier-Nachtschränke 1.150 € · A971

Was tun bei Holzwurm?

Zuerst prüfen, ob der Befall überhaupt noch aktiv ist. Der Holzwurm hinterlässt runde Ausfluglöcher von 1,5 bis 2 mm. Alte Löcher sind dunkel, frische hell und scharfkantig mit Bohrmehl darunter. Altes Bohrmehl rieselt beim Transport aus den Gängen und zeigt keinen Befall an. Eier und junge Larven überleben unter 12 Prozent Holzfeuchte oder 55 Prozent Luftfeuchte nicht, in trockenen, geheizten Räumen ist ein Befall deshalb meist längst erloschen. Gesundes Kernholz der Eiche befällt der Holzwurm nicht.

Bei aktivem Befall kommen mehrere Verfahren in Frage. Museen frieren kleinere Stücke ein, dicht in Folie verpackt, damit sich beim Auftauen kein Kondenswasser am Holz bildet. Größere Objekte kommen in eine Stickstoffkammer, in der die Insekten ersticken. In unserer Werkstatt behandelt der Tischler aktiven Befall gezielt. Er bringt ein handelsübliches, zugelassenes Holzwurmmittel nach Angabe des Herstellers in die Ausfluglöcher ein, von dort zieht es in die Fraßgänge. Anschließend verschließt er die Löcher mit Wachs. Flächen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, bleiben unbehandelt. Auf Nachfrage sagen wir Ihnen, ob ein Stück behandelt wurde.

Gründerzeit-Bücherschrank mit Säulenpilastern, Eiche Im Bestand Gründerzeit-Bücherschrank, Eiche 400 € · A1047

Woran sieht man, was an einem Möbel repariert wurde?

An Schrauben, Nägeln und Leim. Oft lassen sich an einem Stück mehrere Reparaturen über die Schraubentypen auseinanderhalten und ein maschinell gezogener Drahtnagel an der Rückwand zeigt einen jüngeren Eingriff. Bei Bronzebeschlägen hilft der Stil allein nicht weiter, man hat sie seit Jahrhunderten nachgegossen, nachziseliert und neu vergoldet.2 Woran man Schrauben, Maschinenarbeit und Leim zeitlich einordnet, steht auf der Seite Biedermeier.

Gründerzeit-Schrank mit Wurzelnussfurnier, zweitürig Im Bestand Gründerzeit-Schrank, Wurzelnussfurnier 400 € · A1045

Kann ich eigene Möbel bei Ihnen restaurieren lassen?

Ja. Unser Tischler frischt Schellackpolituren auf, restauriert Möbel aus dem Bestand und aus Kundenbesitz und gibt ihnen auf Wunsch eine farbige Fassung mit Patina. Für die Restaurierung eigener Möbel erstellen wir ein kostenloses Angebot. Unrestaurierte Möbel aus dem Lager richtet er nach Ihren Wünschen her. Mehr dazu unter Expertise & Werkstatt.

Biedermeier-Kleiderschrank mit Spitzgiebel, Birke, Berlin um 1830 Im Bestand Biedermeier-Schrank mit Spitzgiebel Auf Anfrage · A1058

Quellen (2)

  1. Kreisel, Heinrich: Die Kunst des deutschen Möbels, Bd. 2. Spätbarock und Rokoko. München: Beck 1970. ↩
  2. Ottomeyer, Hans/Pröschel, Peter: Vergoldete Bronzen. Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus. 2 Bde., München: Klinkhardt & Biermann 1986. ↩

Alle 151 Stücke im Bestand ansehen

Sammelgebiete

Zum gesamten Bestand →

Nicht das Richtige dabei?

Unser Bestand wechselt laufend, und vieles steht noch nicht online. Sagen Sie uns, was Sie suchen, wir halten für Sie die Augen offen.