Art Déco

Den Namen Art Déco bekam der Stil erst in den 1960er Jahren, nach der Pariser Kunstgewerbeausstellung von 1925. Er übersetzt die Linien des Jugendstils in geometrische Formen, Stromlinie und Zickzack, mit Edelholz, Lack und Chrom. Im Handel ist er meist bürgerlich, mit Nussbaum- oder Maserfurnier auf Weichholz und vernickelten Beschlägen.

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Der Name

Den Namen Art Déco prägte man erst in den 1960er Jahren, mit Blick auf die Pariser Kunstgewerbeausstellung von 1925. Die Zeitgenossen sprachen vom Style moderne, und schon Mitte der 1930er Jahre galt der Stil als protzig.1 In Rechnungen und Inventaren aus der Zeit taucht das Wort Art Déco deshalb nicht auf.

Große Art Deco Deckenlampe, Nussbaum, Frankreich um 1920, sechseckig Im Bestand Art-déco-Deckenlampe, Nussbaum 750 € · A673

Formen und Material

Das Art Déco übersetzt die geschwungenen Linien des Jugendstils in einfache, meist geometrische Formen. Typisch sind die Stromlinie und die gebrochene Zickzacklinie. Anregungen kamen aus dem Konstruktivismus, aber auch aus Barock und Rokoko.2 Geschwungene Füße oder Aufsätze an einem Möbel der 1920er Jahre schließen Art Déco also nicht aus. Als typische Materialien gelten Marmor, Edelholz, Lack und Chrom.3

Art-déco-Barwagen mit Eisfach, Wurzelnuss, 1920er Jahre Im Bestand Art-déco-Barwagen mit Eisfach 1.850 € · A690

Bürgerliche Ausführung

Die Pariser Spitzenmöbel dieser Jahre stehen heute in Museen. Was im Handel als Art Déco angeboten wird, ist meist bürgerlicher. Typisch ist ein Korpus aus Weichholz, furniert mit Nussbaum oder einem anderen gemaserten Holz, poliert oder mattiert, mit vernickelten Beschlägen, entstanden um 1930/35. Häufig sind Spiegelkommoden, Barschränke und Kommoden.4 Sperrholz an Rückwand oder Schubkastenböden passt in diese Zeit, die Industrie stellte es schon seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts her.5

Große Spiegelkommode, Frisierkommode, Nussbaum, Art Déco, 1920er Jahre Im Bestand Art-déco-Spiegelkommode 780 € · A910

Art Déco und Bauhaus

Zur selben Zeit verfolgte das Bauhaus ein anderes Ziel. Hannes Meyer, ab 1928 Direktor, gab die Linie „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ aus.6 Bauhausmöbel führen wir deshalb nicht unter Art Déco.

Paar Art-Déco-Nachtschränke, Vogelahorn und Mahagoni furniert, um 1930 Im Bestand Paar Art-déco-Nachtschränke 650 € · A545

Anmerkungen

  1. Victoria and Albert Museum: An Introduction to Art Deco. ↩
  2. Bröhan-Museum, Berlin: Art Deco. Elegance and Geometry. A New Presentation of the Collection. Ausstellungstext. ↩
  3. Bröhan-Museum, Berlin: 100 Jahre Art Deco. Bröhan-Blog, 28.04.2025. ↩
  4. Dorotheum: Katalogeinträge zu Art-Déco-Möbeln um 1930/35. Auktionen Möbel und Interieur. ↩
  5. Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum: Inside Out. Einsichten der Möbelkunst. Wandtexte der Ausstellung, Berlin 2018. ↩
  6. Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar: 14 Years of Bauhaus. Chronik, Eintrag 1928. ↩

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Epochen im Überblick
  1. 1650–1770 Barock & Rokoko 19 Stücke
  2. 1770–1830 Klassizismus & Empire 26 Stücke
  3. 1815–1848 Biedermeier 53 Stücke
  4. 1840–1900 Historismus & Gründerzeit 49 Stücke
  5. 1895–1914 Jugendstil 4 Stücke
  6. 1920–1940 Art Déco 5 Stücke
  7. 1945–1975 Mid-Century Modern 2 Stücke

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