Garten & Architektur

Für Garten, Park und Hof führen wir Brunnen, Pflanzvasen, Steinfiguren, Gartenmöbel und historische Bauelemente aus Stein, Guss und Schmiedeeisen. Sie eignen sich besonders für die historische Garten- und Landschaftsgestaltung.

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Ist das alt oder ein Nachguss?

Das zeigt oft schon der Vergleich mit einem gesicherten Original.

Viele Gartenmodelle des 19. Jahrhunderts gießt man bis heute nach, häufig mit einem alten Stück als Modell. Ein solcher Nachguss verliert an Schärfe und fällt etwas kleiner aus, weil das Eisen beim Erkalten schwindet.1 Bei einer Bank oder Vase macht das schnell einen Zentimeter aus. Alte Güsse haben meist eine feinere, glattere Oberfläche, an Nachgüssen wirken die Details weicher. Bei uns heißen solche Stücke auch so, als Nachguss oder als Fertigung nach historischem Vorbild. Steht beim Stück keine Datierung, fragen Sie nach.

Große Amphore, Pflanzgefäße, Gartenvase im Barockstil, Steinguss, Klassik Im Bestand Amphore im Barockstil, Steinguss 350 € · A1008

Was ist preußischer Eisenkunstguss?

Das ist Eisenguss für Kunst und Kunstgewerbe, wie ihn die königlichen Gießereien in Gleiwitz seit 1796 und in Berlin seit 1804 betrieben.

Sie fertigten Plaketten, Schmuck, Leuchter, Vasen und Grabkreuze, dazu Denkmäler und Gartenmöbel, oft nach Entwürfen von Schinkel und anderen Berliner Künstlern.2 Der Berliner Guss war so fein, dass man im Ausland von „Fer de Berlin“ sprach. Die Berliner Gießerei arbeitete bis 1874.3 Im Handel begegnet preußischer Eisenkunstguss heute vor allem als Kleinkunst, als Plakette, Schmuckstück oder Leuchter.

Paar liegende Hirsche, Gusseisen bzw.
Zinkguss Im Bestand Paar liegende Hirsche, Gusseisen 3.800 € · A1060

Ist eine gusseiserne Bank nach Schinkel wirklich alt?

Oft nicht. Karl Friedrich Schinkel entwarf um 1825 die ersten gusseisernen Gartenbänke für die preußischen Schlossgärten, als Baukasten, aus dem ein Armlehnstuhl oder eine Zwei-, Drei- oder Viersitzerbank werden konnte.

Sein Stuhl mit der geflügelten Lyra war das meistkopierte Eisenmöbel der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wird bis heute nachgegossen.4 Gegossen haben die Bänke die Gießereien in Berlin, Gleiwitz und Sayn, markiert hat sie nur die Sayner Hütte. Ein unmarkierter Schinkel-Stuhl kann also alt oder neu sein. Dann helfen Maße, Gussqualität und die Art der Montage weiter.

Französische Gartenbank SABOT, viertelkreisförmig, handgeschmiedet, Rostoptik Im Bestand Gartenbank SABOT im Viertelkreis 1.290 € · A341

Gusseisen oder Schmiedeeisen, wo ist der Unterschied?

Gusseisen entsteht in der Form und ist spröde, bei einem Schlag oder Sturz bricht es.

Schmiedeeisen ist zäh und lässt sich biegen. Der Schmied fügte es mit Feuerschweißung, Bunden, Zapfen und Nieten. An alten Gittern stecken die Stäbe durch den Riegel und sind unten zu einer Kuppe vernietet. Eine elektrische Schweißnaht an solchen Stellen stammt von einer Reparatur oder einer Neuanfertigung. Echtes Schmiedeeisen stellt heute kaum noch jemand her, neue Gitter und Gartenmöbel sind praktisch immer aus Baustahl. Gebrochenes Gusseisen verstiftet oder hartlötet ein Metallrestaurator, geschweißt hält es schlecht.

Antikes Ziergitter, Halbkreis, handgeschmiedet, Oberlicht Im Bestand Ziergitter in Halbkreisform 320 € · A721

Sandstein oder Steinguss?

Das verraten Material und Herstellungsspuren.

Ein gehauener Stein zeigt Spuren von Meißel, Zahneisen oder Scharriereisen und oft die natürliche Schichtung. Steinguss und Sandsteinguss sind gegossener Kunststein, man erkennt sie an Formnähten, kleinen Luftbläschen und einer gleichmäßigen Masse ohne Schichtung. Gegossen heißt dabei nicht neu. Kunststein aus Zement gab es schon im 19. Jahrhundert, im Park von Babelsberg stehen Brunnen und Figuren aus Zementbeton von 1845. Moos und Flechten beweisen kein Alter, auf frischem Steinguss wachsen sie in wenigen Wochen. Echte Patina auf Sandstein braucht Jahrzehnte.

Pfeilerbekrönung mit Fruchtkorb, Sandsteinguss Im Bestand Pfeilerbekrönung mit Fruchtkorb 450 € · A717

Kann eine Steinfigur im Winter draußen bleiben?

Ja, wenn sie richtig abgedeckt ist.

Sandstein, Marmor und Steinguss nehmen Wasser auf, gefriert es im Stein, platzen Schalen ab. Figuren und Vasen deckt man deshalb so ab, dass kein Regen daran kommt und trotzdem Luft zirkuliert. Unter Folie bleibt die Feuchtigkeit am Stein. Pflanzgefäße und Brunnen leert man vor dem Frost, die Pumpe kommt ins Haus. Hochdruckreiniger schaden Stein und Eisen gleichermaßen, sie treiben Wasser in die Risse und tragen die Oberfläche ab.

Gusseiserne Gartenfigur, Knabe mit Schmetterling, „Allegorie des Sommers“ Im Bestand Knabe mit Schmetterling, Gusseisen 1.580 € · A828

Ist die Figur aus Bronze, Eisen oder Zink?

Ein Magnet gibt die erste Antwort.

Gusseisen zieht ihn an, Bronze und Zink nicht. Zinkguss war im 19. Jahrhundert der günstige Ersatz für Bronze und sieht bronziert oder bemalt ähnlich aus. An einer verdeckten, abgeriebenen Stelle zeigt Bronze gelbliches Metall, Zink ein silbriges Grau. Zinkfiguren sind leichter und aus vielen Teilen verlötet. Mit den Jahren sacken sie unter dem eigenen Gewicht ab und die Lötnähte reißen. Den Sockel einer Zinkfigur verschließt man nie dicht, eingeschlossene Feuchtigkeit greift das Zink an.

Große Hermes-Figur, Gartenskulptur, Gusseisen, grün patiniert, 20. Jh. Im Bestand Große Hermes-Figur, Gusseisen 1.290 € · A848

Quellen (4)

  1. Schmidt, Eva: Der preußische Eisenkunstguß. Technik, Geschichte, Werke, Künstler. Berlin: Gebr. Mann 1981. ↩
  2. Eisen statt Gold. Preußischer Eisenkunstguß aus dem Schloß Charlottenburg, dem Berlin Museum und anderen Sammlungen. Hg. von Willmuth Arenhövel, Ausst.-Kat. Berlin 1982. ↩
  3. Die Königliche Eisen-Gießerei zu Berlin 1804–1874. Hg. von Elisabeth Bartel, Ausst.-Kat. Berlin 2004. ↩
  4. Himmelheber, Georg: Möbel aus Eisen. München 1996. ↩

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